Instandhaltung komplexer Anlagen

Instandhaltung komplexer Anlagen

Warum die Instandhaltung von technisch komplexen Anlagen besondere Herausforderungen mit sich bringt

Die Anzahl an Softwareanbietern für eine digitale Einsatzplanung und Routenoptimierung ist mittlerweile unüberschaubar. Dabei verfolgen alle das gleiche Ziel: Wartungs- und Serviceunternehmen bei der Einsatzplanung zu entlasten und die Serviceabwicklung durch die digitale Einbindung der Techniker zu optimieren. Für die breite Masse der Kunden wie bspw. SHK-Betriebe reicht das meist aus.

Doch was ist mit Unternehmen, die Servicedienstleistungen für technisch komplexere, meist stationäre Anlagen anbieten? Dort bestehen besondere Herausforderungen, die wiederum zu erweiterten Anforderungen an eine „ideale Service-Software“ führen. Welche das sind und wie diese in einer passenden Software abgebildet werden können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Für welche Unternehmen reicht eine einfache Einsatzplanung nicht aus?


Im Vergleich zu einfachen Handwerksbetrieben stoßen die meisten Einsatzplanungslösungen häufig an ihre Grenzen, wenn sie sich den Anforderungen von Serviceanbietern aus der Industrie stellen müssen. Dazu zählen u.a. Unternehmen aus den Bereichen erneuerbarer Energien wie Windkraft-, Biomasse- und BHKW-Anlagen. Aber auch Notstrom- und Kälteaggregate sowie Industrieanlagen zählen zu solch komplexen Konstrukten und verlangen mehr als eine überladene Routenoptimierung und einen papierlosen Servicebericht.

Welche besonderen Herausforderungen gelten für diese Instandhaltungsunternehmen?


Wie in der Einführung beschrieben, liegt der Fokus der meisten Softwareanbieter auf der Disposition und Routenplanung. Servicedienstleister, die jedoch komplexe Anlagen warten und instandhalten, benötigen viel mehr Funktionen rund um die Verwaltung, Dokumentation und Auswertung ihrer betreuten Anlagen und Objekte.

Vollumfängliche Anlagendokumentation

Da, wo andere Lösungen vielleicht nur die Serien-Nr. und wenige Datenfelder bieten, muss eine Wartungssoftware für Anlagen-Servicedienstleister deutlich umfangreichere Verwaltungsmöglichkeiten bieten. Dazu zählen völlig flexibel und frei definierbare Datenfelder zur Beschreibung der Anlage. Außerdem müssen die Komponenten in beliebiger Anzahl an hierarchischen Unterstufen gepflegt werden können. Zu jeder Unterkomponente müssen ebenfalls freie Input-Felder definiert werden können.

Auch die Integration eines Dateisystems (Bilder, Dokumente) ist zwangsläufig notwendig, um den großen Umfang an Daten abbilden zu können. Dabei reicht es längst nicht aus, diese an einer einzigen Stelle im Objekt hinterlegen zu können. Vielmehr sollte zu jeder Komponente die Möglichkeit bestehen, Typenschilder und technische Dokumentationen ablegen zu können.

Zuletzt sollte das Herzstück, die Anlagen- und Servicehistorie in der Lage sein, alle Ereignisse und Tätigkeiten, die an der Anlage durchgeführt wurden, übersichtlich und vollumfassend dokumentieren zu können. Wichtig sind an dieser Stelle die mitlaufenden Zählerwerte (Betriebsstunden, Starts, Kilometer etc.), die neben den ausgefüllten Protokollen und Wartungsplänen an jedem Eintrag hinterlegt werden können. Ein Ticketsystem zum Tracking der offenen Arbeiten sowie eine Gewährleistungsverfolgung sind ebenso zwingend erforderlich.

Wartungsplanung auf Basis von Zählerwerten (z. B. Betriebsstunden)

Statt im Rahmen einer einfachen jährlichen Wartung wird der Großteil technischer Anlagen nach individuellen Zähler-Intervallen wie bspw. Betriebsstunden gewartet. Ein Wartungsplan könnte bspw. wie folgt aufgebaut sein:

Wartungsplan nach Betriebsstunden (Auszug)
Wartungsarbeiten | Intervalle Alle 2.000 Bh Alle 10.000 Bh Alle 60.000 Bh
Betriebsdaten aufnehmen X X X
Schraubverbindungen prüfen X X X
Dichtheitskontrolle durchführen X X X
Kühlmittel erneuern X X
Turbolader erneuern X X
Grundüberholung X

Dabei reicht es nicht aus, einfach Wartungserinnerungen nach den obigen Intervallen auszugeben. Zusätzlich muss beachtet werden, dass in dem obigen Beispiel die größeren Intervalle die kleineren ersetzen. Hat die Anlage 60.000 Betriebsstunden erreicht, sollte die Wartungssoftware berücksichtigen, dass nur das W3-Intervall durchgeführt wird und keine Erinnerungen für W1 und W2 ausgegeben werden.

Gleichzeitig gilt es, sowohl den anlagenspezifischen Auslastungsgrad als auch die vom Monteur beim letzten Einsatz erfassten Betriebsstunden im Wartungs-Algorithmus miteinzubeziehen. Nur, wenn möglichst viele Parameter einfließen, können exakte Wartungstermine vorhergesagt werden.

Anbindung von Live-Maschinendaten

Im Zeitalter der Digitalisierung sind immer mehr Anlagen mit dem Internet verbunden. Dies eröffnet insbesondere Servicedienstleistern vielversprechende Möglichkeiten, um Wartung und Service zu optimieren.

Eine gute Wartungssoftware sollte im Standard Schnittstellen mitbringen, um einen Live-Abruf von Maschinendaten integrieren zu können. Dazu zählen zum einen der permanente Abruf von Zählerwerten. Ein Beispiel ist das durchgehende Einspielen von Betriebsstunden zu einer Anlage, um die Wartungstermine noch genauer vorhersagen zu können. Zum anderen können auch Fehlercodes wie z. B. Anlagenstillstände übermittelt werden.

Insbesondere in den Fällen, wo Instandhaltungsverträge mit dem Kunden vereinbart wurden, sind schnelle Reaktionszeiten für die Störungsbehebung enorm wichtig. Durch den Live-Abruf kann noch schneller auf unvorhersehbare Ausfälle reagiert und ggf. direkt ein Techniker mit einer Störungsbehebung vor Ort beauftragt werden.

Auswertung der Anlagenflotte

Die zentralisierte Anlagenverwaltung mit Zählerwerten und der speziellen Wartungsplanung ermöglich nicht zuletzt auch umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten. Da die Service-Software von jeder Anlage die Auslastungsgrade und Wartungsintervalle berücksichtigt, sind u.a. folgende Auswertungen möglich:

  • Wie viele Wartungen vom Typ W2-20.000 Betriebsstunden sind voraussichtlich im nächsten Jahr fällig?
  • Welche Anlagen stehen kurz vor einer Grundüberholung und könnten ein Angebot vom Vertrieb zugeschickt bekommen?
  • Welche Anlagen sind inaktiv und wurden z. B. in den letzten 6 Monaten nicht mehr gewartet?

Darüber hinaus sollten sich alle Stamm- und Analysedaten der Anlage nach Bedarf z. B. in Excel-Listen exportieren lassen. Nur so können fundamentale strategische Entscheidungen hinsichtlich Kapazitäts- und Auslastungsplanung getroffen werden.

Sie sind Servicedienstleister und auf der Suche nach einer passenden Software?
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Fazit


Abschließend lässt sich festhalten, dass Serviceanbieter für komplexere Anlagen andere Schwerpunkte an ihre Wartungs- und Einsatzplanung setzen sollten. Im Fokus steht die optimale Dokumentation des Objektes bzw. der Anlage. Nichtsdestotrotz sind natürlich weiterhin eine intuitive Einsatzplanung und mobile Auftragsabwicklung notwendig, um den gesamten Serviceprozess optimal auszugestalten. Es lohnt sich, den Markt ausgiebig zu sondieren und passende Lösungen intensiv zu testen.

Bei Fragen zu unserer Software ADASMA, die alle oben genannten Anforderungen vollumfänglich abbildet, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.